Aktivitäten in Rumänien
Lesen Sie hier einige Eindrücke aus der Zusammenarbeit der Anthroposophischen Gesellschaft Rumäniens mit der Sektion für die Praxisfelder der inklusiven sozialen Entwicklung.
Text: Sonja Zausch
Fotos: privat
Direkt nach der «Revolution» 1990 sind in Rumänien viele anthroposophische Initiativen aufgebaut worden – Waldorfschulen, Waldorfkindergärten sowie Lebensorte und Arbeitsplätze für Menschen mit Assistenzbedarf, und zwei heilpädagogische Schulen.
Heute, dreißig Jahre später, sind einige dieser Orte sehr gewachsen und aktiv und ringen auf der anderen Seite mit den politischen Verordnungen, den sich veränderten finanziellen Mitteln sowie der Qualifikation für die Mitarbeitenden.
Dies führte zu einer engagierten Zusammenarbeit auf Nachfrage von Vlad Popa, dem Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft in Rumänien, mit unserer Sektion.
So konnte im Herbst 2025, anfangs noch mit Unterstützung zweier Kolleg:innen aus Urlați, ein Grundlagenkurs zur Anthroposophie mit dem Schwerpunkt Heilpädagogik in der Schule in fünf Modulen stattfinden und von ca. 20 Teilnehmenden erfolgreich abgeschlossen werden.
Dozent:innen waren Sonja Zausch und Bart Vanmechelen, sowie für ein Modul Ásta Jakobsdóttir, eine isländische Kollegin aus der Tobias School of Art & Therapy in England.
Nach diesem Beginn kam die Anfrage der dortigen Eurythmist:innen an Sonja Zausch, ob sie einen Kurs in «Eurythmie als bewegte Prozessbegleitung» (umgangsprachlich auch Sozialeurythmie genannt) anbieten könnte. Dazu hat im Februar 2026 ein erstes und jetzt im Oktober bereits ein zweites Modul stattgefunden.
Parallel dazu kam die Idee, dass die Kolleg:innen an den Schulen gerne ein Vertiefungsangebot hätten. Aus der Zusammenarbeit des Arbeitsfeldes «Schools for all» der Sektion konnte eine weitere Weiterbildung konzipiert werden, die im Februar 2027 beginnen wird. Hier freuen wir uns, dass neben Bart Vanmechelen und Sonja Zausch auch Delia Laţa von Campus am Park und der Lebensgemeinschaft Bingenheim in Deutschland, Volker Ermuth, freiberuflicher Dozent mit viel Erfahrung in Rumänien, sowie Ulrike Barth von der Alanus Hochschule in Deutschland gewonnen werden konnten.
Sonja konnte aktuell bei einer Reise durch Rumänien, begleitet von Vlad Popa, viele Kolleg:innen kennenlernen:
Sie besuchte die Waldorfschule und den Waldorfkindergarten in Timișoara, stellte die Arbeit der Sektion vor und gab anschließend einen kleinen Eurythmie-Workshop zum Thema Inklusion mit 50 Teilnehmenden (Eltern und Pädagog:innen).
Dann folgte ein Besuch mit Vortrag und Gespräch in der heilpädagogischen Schule in Simeria, mit 170 Kindern und 30 Wohnplätzen sowie einem sehr engagierten Berufsbildungsbereich, aus dem heraus man gerne einen Werkstattbereich für erwachsene Menschen mit Assistenzbedarf gründen möchte. Hier wurde das 35. Jubiläum mit Eurythmie und Musik gefeiert.
Weiter ging es in den Teil Rumäniens, wo die ungarische Sprache gesprochen wird, die Region, die Transsylvanien genannt wird.
Dort besuchte Sonja die Camphill-Gemeinschaft Harom Galamb, die im Mai dieses Jahres in ihren Neubau gezogen ist und jetzt bis zu 30 Menschen dort täglich mit sozialtherapeutischen Angeboten begrüßen kann. Ein Vormittag stand für eine Inhouse-Schulung über die anthroposophische Menschenkunde zur Verfügung. Im letzten Jahr konnten hier bereits Weiterbildungen für die Kolleg:innen der ganzen Region angeboten werden, auch für Menschen nicht-anthroposophischer Einrichtungen.
Und dann ging es weiter nach Odorheiu Secuiesc/Polonița zur Donnerstagskonferenz der Waldorfschule. Dort durfte Sonja im gemeinsamen Gespräch über die Aktivitäten der Sektion berichten. In Transsylvanien gibt es fünf Waldorfschulen und im kommenden Jahr werden sie zum ersten Mal eine gemeinsame pädagogische Tagung veranstalten.
Wir hoffen sehr, dass wir mit dem großen Engagement der Sektion in Zusammenarbeit mit der Anthroposophischen Gesellschaft in Rumänien tragende Impulse setzen können und somit auch die Zusammenarbeit der Organisationen stärken können.